Ein Verkaufsgespräch, das nie stattfand?


Kunde: Ich möchte mir gerne Aktivlautsprecher anhören.

Verkäufer: Da rate ich Ihnen aber ab; In Aktivboxen bauen die Konstrukteure nämlich schlechte Endstufen ein.

Kunde: Wie im Märchen: die guten ins Kröpfchen, die schlechten ins Töpfchen? Meines Wissens sind die Schaltungen der besten HighEnd-Verstärker allgemein bekannt und es werden in den Aktivlautsprechern die gleichen Bauteile verwendet wie in den Verstärkern, die neben den Boxen stehen. Und die Feinheiten der Verstärkertechnik, wie z.B. Konstantstromverstärker, können überhaupt nur in Aktivboxen genutzt werden, da der Zwang zur breiten Kompatibilität den separaten Endstufen enge Fesseln anlegt. Ich möchte mir gerne Aktivlautsprecher anhören.

Verkäufer: Da rate ich Ihnen aber ab; die Verstärker in Aktivboxen haben doch nur so um die hundert Watt, während separate Komponenten ein Mehrfaches leisten.

Kunde: Dafür habe ich bei den Aktiven gleich mehrere Verstärker in einer Box und fünf mal 150 Watt ergeben bereits stattliche 750 Watt pro Seite. Ist es nicht im Gegenteil so, dass passive Frequenzweichen nicht nur den Klang, sondern auch die Leistung mindern? Ich möchte mir gerne Aktivlautsprecher anhören.

Verkäufer: Da rate ich Ihnen aber ab; Aktivboxen können ja nicht einmal hochwertige Lautsprecherkabel und vergoldete Lautsprecherklemmen bieten.

Kunde: Das verstehe ich nicht: War es nicht so, dass die Konstrukteure von Aktivboxen als Erste das Problem mit der Verkabelung auf die beste denkbare Art dadurch gelöst haben, dass durch feste Verbindungen zwischen Verstärker und Chassis die Kontaktstellen ganz entfallen, die Kabelwege radikal verkürzt werden und das dabei gesparte Geld auch noch in Chassis und Elektronik investiert werden konnte? Ich möchte mir gerne Aktivlautsprecher anhören.

Verkäufer: Da rate ich Ihnen aber ab; Unsere bewährten Passivboxen haben doch die besten Luftspulen und hochbelastbare Widerstände.

Kunde: Aber Drosselspulen und Lastwiderstände in Filtern sind doch immer von Nachteil und aktive Konstruktionen ganz ohne Drosseln sind doch prinzipiell überlegen. Ausserdem verbessert die Anordnung der elektronischen Weiche einer Aktivbox vor den Endstufen allein schon das Gesamtsystem. Zudem können nur so die Vorteile der Regelungstechnik genutzt werden. Ich möchte mir gerne Aktivlautsprecher anhören.

Verkäufer: Da rate ich Ihnen aber ab; Bei Aktivlautsprechern sind die Verstärker im Innern der Box nämlich dem Schalldruck ausgesetzt und diese Erschütterungen übertragen sich auf die Elektronik und verschlechtern dadurch den Klang.

Kunde: Sie meinen das, was Fachleute Mikrofonieeffekt nennen? Das Wesentliche am Aktivprinzip ist aber nicht die räumliche Anordnung von Elektronik und Chassis im gleichen Gehäuse, sondern die Filterung vor statt hinter den Endstufen und separate Verstärker für jedes Chassis. Hier verwechseln Sie offenbar das Aktivprinzip mit einer möglichen Bauart. Tatsache ist, dass es Bauteile und Schaltungen gibt, die mikrofonieempfindlich sind und es gibt andere Bauteile und Schaltungen, die dagegen immun sind. Wenn dieser Effekt von irgendeiner Relevanz wäre, dann würden die Konstrukteure die Elektronik sicher in ein externes Gehäuse einbauen. Verfechter der

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